Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Schleudergang

7. Januar 2013

9783944145006-250pixelIm Schleudergang verwirbelt ein Berliner Waschsalon die Schicksale seiner Besucher: Sklave findet Herrin, Magd findet Gebieterin …

Anna Bunt

Schleudergang – SM-Roman

178 Seiten, Paperback, DIN-A 5

18,- €

ISBN 978-3-944145-00-6 

  

Waschsalon zum Glück …

Während er noch da steht und nicht so recht weiß, was er jetzt sagen soll, öffnet sich hinter ihm die Türe. Es ist Thea. Er erkennt sie sofort: Groß, schlank, ewig lange schwarze Haare, zu einem Zopf gebunden. Sie trägt eine enge, schwarze Hose, ein weit ausgeschnittenes Top mit einer Lederjacke darüber und Schuhe mit hohen Absätzen. Obwohl er sich Wochen auf sie gefreut hat, kommt dieses Weib ihm jetzt äußerst ungelegen. Thea schaut sich um. Als ihr Blick auf David fällt, fliegt die Spur eines Lächelns über ihr Gesicht. Betont langsam nähert sie sich ihm. Wäre die Situation eine andere gewesen, hätte er ihren Anblick in diesem Moment genossen. Aber in seiner momentanen Situation passt ihm das alles gar nicht. Thea steht jetzt vor ihm. Er blickt in ihre großen, dunklen Augen. Sie stützt die Hände in die Hüften. »Ich bin Thea. Wir waren doch draußen verabredet«, sagt sie und deutet hinter sich. Er geht einen Schritt zurück, merkt, wie er zu zittern beginnt. »Sie müssen mich verwechseln. Ich wüsste nicht, dass wir uns kennen«, sagt er und sieht ihr dabei fest in die Augen. Sie fixiert ihn abschätzend, zieht ihren PDA aus der Tasche, tippt ein wenig darauf herum, schaut ihn dann wieder an. »Sie sind also nicht David Schöller, Sie mögen keine erotischen Fesselspielchen und auch keinen passiven Analverkehr?« David wird es abwechselnd heiß und kalt. Er ist fassungslos, wie Thea es sich erlauben kann, sämtliche Regeln der Diskretion derart zu missachten. Momente, die ihm wie Stunden vorkommen, fühlt er sich wie gelähmt, und er könnte schwören, dass er im ganzen Gesicht knallrot ist. Eine Erwiderung ist aber gar nicht nötig, denn Andrea kommt ihm zuvor. »Oh nein. Der junge Mann ist wohl eher der Typ, der ganz gerne kniet«, sagt sie mit einem triumphierenden Lächeln, an Thea gewandt. Davids Kopf fährt zu ihr herum, und sie lacht ihn aus. Er sucht noch einmal Theas Blick. Die verzieht keine Miene. Draußen fährt ein Taxi vor. David ergreift die Flucht und stürmt aus dem Cleanicum auf das Taxi zu.     Da muss wohl noch viel Wasser durch die Waschmaschinen fließen, bis David lernt, zu seinen Gefühlen zu stehen – und nicht nur er …