Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

In Leder gebunden

31. März 2013

9783944145013-250PixelKüsse und Schläge, Fesseln und Striemen in den Werken der Weltliteratur – von der kundigen Hand Arne Hoffmanns zusammen- und vorgestellt …

Arne Hoffmann

In Leder gebunden

SM in der Weltliteratur

22 x 17 cm, Paperback

238 Seiten

18,50 €

ISBN 978-3-944145-01-3

 

Der Klappentext:

 

Frühlings Erwachen (1891)

 

Melchior: […] Was hast du vorhin geträumt, Wendla, als du am Goldbach im Grase lagst? Wendla: Dummheiten, Narreteien … Wendla: Mir träumte, ich wäre ein armes Bettelkind, ich würde früh fünf schon auf die Straße geschickt, ich müßte betteln den ganzen langen Tag in Sturm und Wetter, unter hartherzigen, rohen Menschen. Und kam ich abends nach Hause, zitternd vor Hunger und Kälte, und hätte so viel Geld nicht, wie mein Vater verlangt, dann würd ich geschlagen … Melchior: Das kenne ich, Wendla. Das hast du den albernen Kindergeschichten zu danken. Glaub mir, so brutale Menschen existieren nicht mehr. Wendla: O doch, Melchior, du irrst. – Martha Bessel wird Abend für Abend geschlagen, daß man andern Tags Striemen sieht. O was die leiden muß! Siedendheiß wird es einem, wenn sie erzählt. Ich bedaure sie so furchtbar, ich muß oft mitten in der Nacht in die Kissen weinen. Seit Monaten denke ich darüber nach, wie man ihr helfen kann. – Ich wollte mit Freuden einmal acht Tage an ihrer Stelle sein. Melchior: Man sollte den Vater kurzweg verklagen. Dann würde ihm das Kind weggenommen. Wendla: Ich, Melchior, bin in meinem Leben nie geschlagen worden – nicht ein einziges Mal. Ich kann mir kaum denken, wie das tut, geschlagen zu werden. Ich habe mich schon selber geschlagen, um zu erfahren, wie einem dabei ums Herz wird. – Es muß ein grauenvolles Gefühl sein. […]  – Mit dieser Gerte zum Beispiel! – Hu, ist die zäh und dünn. Melchior: Die zieht Blut! Wendla: Würdest du mich nicht einmal damit schlagen? Melchior: Wen? Wendla: Mich. Melchior: Was fallt dir ein, Wendla! Wendla: Was ist denn dabei? Melchior: O sei ruhig! – Ich schlage dich nicht. Wendla: Wenn ich dir dir’s doch erlaube! Melchior: Nie, Mädchen! Wendla: Aber wenn ich dich darum bitte, Melchior! Melchior: Bist du nicht bei Verstand? […] Wendla: – Bitte – bitte –

 

Seit »Frühlings Erwachen« hatte Frank Wedekind ständig Ärger mit der Zensur, und so ging es vielen der in diesem Band versammelten Autoren. Arne Hoffmann stellt sie uns mit kundiger Hand vor – keineswegs nur die Autoren der Décadence und der Moderne: Kleist, E. T. A. Hoffmann, de Sade und Sacher-Masoch … Eine Geschichte der SM-Literatur.