Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Im Banne der Gräfin

19. Februar 2009

graefinJung, dynamisch, erfolglos – so stolpert der junge, devote C. in eine 24-7-Beziehung und bekommt gleich zu Beginn zu hören: »Wenn Sie absichtlich ungehorsam sind, werden Sie nicht bestraft, sondern Sie fliegen.« AUCH ALS EBOOK

Henri Arradon

Im Banne der Gräfin

112 Seiten

Kartoniert, DIN-A 5

13,50 €

ISBN 978-3-936708-02-8

**********

Leseprobe: Ein Vorstellungsgespräch

Er wurde keineswegs enttäuscht. Als er auf die Minute genau zum vereinbarten Zeitpunkt am Tor der Villa klingelte, die um 1900 erbaut worden war und an ein kleines Schloß erinnerte, öffnete ihm die Frau die Tür, mit der er telefoniert hatte. Sie war vielleicht fünfunddreißig Jahre alt, mittelgroß und schlank. Ihre nackten Arme erschienen ihm fast eine Idee muskulös. Sie mußte eine regelmäßige Besucherin von Fitneßstudios sein. Ihrem an sich schönen Gesicht mit den großen dunklen Augen fehlten nicht dezent-herbe Züge. Ihre kurzgeschnittenen Haare waren ebenso pechschwarz wie ihr kurzes Kleid aus Leder. Mit Stiefeln hätte sie wie eine vollendete Domina ausgesehen. Sie trug allerdings hochhackige Schuhe und Straps, beides ebenso in Schwarz gehalten wie ihre lackierten langen Fingernägel. Selbst der Mund war dunkel geschminkt.
»Folgen Sie mir!« sagte sie kurz und führte ihn in einen abgedunkelten Raum, in dem er aber noch die Gräfin erkennen konnte, die in einem Sessel saß. Die Dame in Schwarz setzte sich auf das Sofa, das im rechten Winkel neben dem Sessel stand, während C. etwas verloren im Raum stehen blieb, da man ihn nicht aufgefordert hatte, Platz zu nehmen.
Die beiden Damen sahen sich Dias an – es waren exakt jene Bilder, die Vivette von C. auf der Waldeslichtung aufgenommen hatte.
C. durfte nun seine eigenen Nacktaufnahmen betrachten, während die beiden Damen seinen Körper begutachteten und alles ausführlich kommentierten, ohne C. selbst auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu schenken. Geradezu philosophischen Betrachtungen gab sich die Gräfin beim Anblick von Giacomos Po hin: »Ich gestehe dir, Liebste, daß Männerärsche für mich das Geilste sind, was es gibt. Besonders übrigens, wenn sie gerötet sind. Es gibt nichts Schöneres, als sanft über die Striemen auf einem nackten Männerarsch zu streichen.«
»Wobei sie selbst natürlich nichts mehr lieben, als von uns gepflegt gezüchtigt zu werden, besonders wenn wir sie mit der flachen Hand liebkosen«, entgegnete die Dame in Schwarz, die allem Anschein nach ebenso Dienerin wie auch Vertraute und Freundin der Gräfin war.
»Ob es ihnen nun gefällt oder nicht, interessiert natürlich keinen Menschen«, wandte die Gräfin ein, »ich würde sogar sagen, es ist reizvoller, wenn es ihnen nicht gefällt.«
»Du hast natürlich völlig recht, Liebste«, bekräftigte die Freundin, beugte sich auf einen dezenten Wink ihrer Herrin zu ihr, und die beiden Frauen küßten sich auf den Mund.
»Mach bitte weiter, Liebste«, wies sie die Gräfin an, und sie fuhren fort mit der Diaschau, bis das Foto, auf dem Giacomo Linda leckte, zu weiteren philosophischen Erörterungen Anlaß gab. »Vivette hat das wundervoll gemacht«, lobte die Gräfin. »Sie hat Sinn für das Wesentliche, denn sie macht hier deutlich, was der eigentliche Daseinszweck der Männer – ihre Bestimmung – ist. Denn wofür sind sie überhaupt da, wenn nicht dafür, um uns zu lecken?«
»Und das weiß niemand besser als die Männer selbst, denn auf nichts sind sie schärfer als darauf, sich uns zwischen die Beine zu
werfen«, pflichtete die Freundin bei.
»Das trifft nicht ganz den Kern«, widersprach die Gräfin. »Das klingt ja so, als dürften sie uns Leckdienste aufdrängen, wenn ihnen gerade danach ist, wenn sie Lust dazu haben. Die wirkliche, ihrer und unserer Bedeutung angemessene Sexualität liegt vielmehr darin, daß wir sie immer dann benutzen können, wenn uns danach ist. Benutzen ist das Zauberwort. Sie müssen uns völlig zur Verfügung stehen, damit wir sie jederzeit auf die uns genehme Weise benutzen können. Nur dann finden Sie und wir wirkliche Erfüllung, wenn Sie konsequent und kompromißlos zum reinen Objekt reduziert werden, dessen einzige Aufgabe und dessen einzige Daseinsberechtigung darin liegt, uns Lust bereiten zu dürfen.«
Es braucht nicht darauf hingewiesen zu werden, daß C. die nicht ganz unkomplizierten Ausführungen der Gräfin genau verstanden hatte, was dazu führte, daß ihm seine Jeans auf geradezu schmerzhafte Weise eng wurde. Nichts hätte er lieber getan, als der Gräfin und ihrer Freundin seinen Arsch zur intensiven Behandlung und seine unermüdlichen Leckdienste – am liebsten natürlich beides zusammen – anzubieten, aber er tat natürlich nichts dergleichen, sondern wartete ebenso folgsam wie sehnsüchtig darauf, daß die beiden von der Theorie zur Praxis übergingen und sich seiner bedienten.
Aber auch mit dieser Haltung machte er es der Gräfin nicht recht. Als die Dia-Schau nämlich beendet war und die Freundin in dem abgedunkelten Raum einige Kerzen entzündete, schien die Gräfin auf etwas zu warten, bis sie endlich der Freundin etwas ins Ohr flüsterte.
»Wissen Sie eigentlich etwas über die Jesuiten?« fragte die Freundin C.
»Leider nicht besonders viel«, antwortete er kleinlaut.
»Wir finden, daß wir auch heute noch von den Jesuiten lernen können. Die Jesuiten hatten nämlich einen interessanten Grundsatz: Wenn ein Diener die Anweisungen seines Herrn befolgt, ist das gut. Aber es ist besser, wenn ein Diener den Wünschen seines Herrn oder besser seiner Herrin nachkommt, ohne daß sie sie erst aussprechen muß, weil er sie von sich aus erkennt.«
Die Freundin lächelte ihn an, C. verstand, und er begann, sich so langsam und kunstvoll seiner Kleidung zu entledigen, wie es ihm bei seiner Aufregung und Erregung möglich war.
»Er versteht langsam, aber er versteht« bemerkte die Freundin zur Gräfin.
Nachdem er noch seinen Körper auf Anweisung der Freundin gedreht und gewendet und verschiedene Posen eingenommen hatte, die den beiden Damen erlaubten, seinen Körper exakt und gründlich zu begutachten, wies ihn die Gräfin mit einer Bewegung ihres Zeigefingers an, näherzutreten und vor ihr auf die Knie zu gehen. Sie drückte leicht seinen Oberkörper nach unten, so daß er auf allen Vieren vor ihr kniete, und zwar so, daß er genau auf das von keinerlei Höschen bedeckte Heiligste der Freundin blickte, während ihm die Gräfin sichtlich begeistert mit der linken Hand über den Po strich. All das, was die Damen vorher theoretisch erörtert hatten, hätten sie nun wahrmachen können.
Er hätte seine Zunge wunderhübsch in die Muschi der Freundin stecken und die Gräfin ihn dabei aufs herrlichste mit gräflichen Schlägen auf seinen Po beglücken können.
Wenn die Gräfin behauptet hatte, daß masochistische Neigungen und Lust an der Unterwerfung unter Männern weit verbreitet seien, dann traf dies auf C. ohne jeden Zweifel zu. Allein die Verbalerotik der beiden Damen hatte ihn aufs höchste erregt, und nun konnte er es fast nicht mehr aushalten vor lauter Begierde, mit Strenge behandelt und zur Befriedigung weiblicher Lust benutzt zu werden. Er hätte sein Leben dafür gegeben, wenn ihm die Gräfin nur ein paar Schläge mit der flachen Hand versetzt hätte, aber nichts dergleichen geschah.
Die Gräfin bediente sich – ganz wie in dem uralten Witz – der allersadistischsten Variante, indem sie ihn gerade nicht schlug, sondern ihm befahl aufzustehen.
Die Enttäuschung war ihm so deutlich anzumerken, daß er geradezu das Mitgefühl der Gräfin weckte.
»Er ist doch recht wohlerzogen«, sagte sie zu ihrer Freundin, »und ich glaube, wir müssen ihm etwas Gutes tun. Stell dich doch bitte einmal neben ihn und deinen linken Fuß aufs Sofa.«
Die Freundin tat wie geheißen und legte ihren rechten Arm zärtlich um seine Hüfte.
»Erlaube ihm, über deine Schenkel zu streichen«, befahl die Gräfin, was C. auf einen Blick der Freundin hin selbstverständlich tat. So durfte er, selbst vollkommen nackt, sich niederknien und der ganz in Schwarz und in Leder gekleideten Freundin über die schwarzbestrumpften Schenkel streichen, die sich göttlich anfühlten; es bereitete ihm allerhöchste Lust.
»Beglücke ihn!« hauchte die Gräfin auf eine Art, die ihre Erregung verriet – woraufhin die Freundin Zeige- und Mittelfinger langsam in ihre feuchte Muschi einführte, ebenso langsam wieder herauszog und sie dann C. hinhielt, der ihre Finger mit den schwarzlackierten Fingernägeln voll unbeschreiblicher Gier abschleckte, bis sie sie ihm entzog. Bei C. brachen jetzt aber alle Dämme. Er warf sich geradezu auf ihren linken Oberschenkel und begann ihn wie von Sinnen zu küssen, wobei er von dem schwarzen Bereich direkt dem weißen Bereich – ihrer zarten Haut – zustrebte, aber sie packte ihn am Haarschopf.
»Stopp!« schrie sie. »Nicht so schnell!« Sie entzog sich ihm lachend und trat neben die Gräfin, die ihrerseits aufgestanden war. Die beiden Frauen nahmen sich in den Arm, schmiegten sich an sich, und die Freundin flüsterte der Gräfin etwas ins Ohr. Sie lächelte ihn an.
»Wir sind nicht unbeeindruckt geblieben«, sagte die Freundin freundlich, »und wir geben Ihnen Bescheid.«
Damit war C. fürs erste entlassen, stand aber noch etwas perplex im Raum.
Daß er jetzt – aufgeheizt bis über das Erträgliche hinaus – beim Anblick der beiden Frauen in ihrer zärtlichen Umarmung gehen mußte, war über alle Maßen grausam. Nicht nur die Freundin war auf das Erotischste aufgestylt, auch die Gräfin selbst bot einen überaus reizvollen Anblick. Sie trug ein kurzes hellblaues Kleid und Pumps, und man konnte sich denken, daß unter ihrem Kleid nicht nur die Beine nackt waren. Ihre Fingernägel waren fast verboten lang und so leuchtend rot wie ihre leicht geöffneten Lippen, die wie vieles andere andeuteten, daß sich die beiden Damen nun auf das Sinnlichste amüsieren würden – zu zweit wohlgemerkt, ohne C. …
»Sie können sich draußen ankleiden«, befahl die Freundin mit ebenso ruhiger wie freundlicher Stimme, und C. raffte seine Kleider zusammen und zog von dannen.
(….)
Es braucht nicht betont zu werden, daß er die nächsten Tage in höchster Erregung verbrachte und daß er sich nicht wie, sondern als ein vollendeter Süchtiger auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte. (…)
Vier endlos lange Tage später rief die Freundin an und erklärte ihm, er solle um vierzehn Uhr erscheinen und sich darauf einstellen, daß er eine Woche bleiben werde.
Auch dieser Anruf war nicht ohne Grausamkeit, denn er erfolgte um acht Uhr morgens, so daß er sich noch sechs lange Stunden gedulden mußte und es ihn die größte Mühe kostete, nicht Hand an sich zu legen.

[Später im Hause der Gräfin:]

C. probierte die Badehosen an, die ihm alle paßten.
»Nichts gegen Schwänze, besonders im erigierten Zustand«, bemerkte die Gräfin ohne aufzuschauen, »aber wenn so ein Ding den ganzen Tag hin und her baumelt, dann wirkt es doch eher erheiternd.«
»Das stimmt«, bestätigte C. lachend.
»Kommentare, mit denen Sie kundtun, ob Sie meine Äußerungen für zutreffend halten, sind überflüssig und ohne jeden Belang«,
beschied ihn die Gräfin kühl, um dann doch die Zeitung beiseite zu legen.
»Lassen Sie sich sehen!« befahl sie C., und der trat vor sie und ließ sich von allen Seiten begutachten.
»Sein hübscher Arsch kommt schön zur Geltung«, sagte sie zur Freundin, was auch nicht verwunderte, da Cs. Po fast völlig unbedeckt blieb.
»Er gefällt mir, er gefällt mir sehr«, fügte sie hinzu und ließ offen, ob sie nun C. meinte oder nur das eine Körperteil, das es ihr besonders angetan hatte.
C. lächelte sie an, die Gräfin jedoch erwiderte sein Lächeln nicht und kehrte zum geschäftsmäßigen Tonfall zurück.
»Sie werden zunächst eine Woche hier bleiben. Dies ist – wenn Sie so wollen – Ihre Probezeit. Danach entscheide ich, ob ich Sie in meine Dienste aufnehme. In diesem Falle verbleiben Sie so lange in meinen Diensten, bis ich Sie wieder entlasse.
Es ist Ihre Aufgabe, mir in jeder Hinsicht unbegrenzt zur Verfügung zu stehen und meine Befehle zu befolgen. Anders ausgedrückt: Ich werde mit Ihnen ohne jedes Tabu alles machen, was ich will, und Sie werden ebenfalls ohne jedes Tabu alles machen, was ich will.
Ich muß Ihnen noch meine Freundin vorstellen. Nennen Sie sie einfach Madame Fabienne. Sie mußte in meine Dienste treten, weil ihre Familie verarmt war. Madame Fabienne gehört jedoch demselben Stand an wie ich. Ich brauche nicht extra zu erwähnen, daß Sie ihr den gleichen Respekt entgegenzubringen haben wie mir. Selbstverständlich haben Sie alle ihre Befehle ohne jede Einschränkung zu befolgen.
Ich will nicht leugnen, daß Sie auf meine Freundin und mich verständig und für Ihre Arbeit begabt und tauglich wirken. Dennoch komme ich nicht umhin, einiges klarzustellen, um von vorneherein mögliche Mißverständnisse auszuräumen.
Sie werden mir auch erotische Dienste leisten, was Sie, wie wir schon bemerken konnten, sicherlich nicht als unangenehm empfinden werden. Leider mußten wir schon schlechte Erfahrungen mit sogenannten Dienern machen, die in maßloser Arroganz auf unverschämte Weise davon ausgingen, ihre Dienste würden sich auf den sexuellen Bereich beschränken, oder gar der absurden Vorstellung verfielen, in der übrigen Zeit würden sie von uns bedient.
Ich hoffe, es ist Ihnen klar, daß die Dienste, die ich von Ihnen erwarte, umfassend sind.
Sie haben hier die Freiheit, auf ein bestimmtes Örtchen zu gehen, wenn Ihnen unbedingt danach ist, aber ansonsten gilt: Was Sie wann machen, wann Sie reden, wann Sie was essen und wann Sie schlafen oder wachen, das bestimmen ausschließlich wir. Haben Sie ver­standen?«
»Ich habe verstanden, Herrin«, antwortete C..
»Brav«, lobte die Gräfin. »Wir werden Sie auch züchtigen, wenn wir mit Ihrer Arbeit unzufrieden sind oder wenn Madame Fabienne oder mir danach ist. Ihr Wunsch oder vielmehr Ihre Gier nach einer solchen Züchtigung war bei Ihrem letzten Besuch nicht zu übersehen«, bemerkte die Gräfin süffisant und lächelte Ihrer zu Freundin hinüber.
»Das liegt daran, daß Sie wie alle meine Konsequenz unterschätzen. Aber das nur nebenbei bemerkt. Es soll allerdings Diener geben, die sich Züchtigungen erschleichen wollen, indem sie absichtlich Fehler machen oder gar die Befehle ihrer Herrinnen nicht oder nur eingeschränkt befolgen. Ein solches Verhalten ist im allerhöchsten Grade empörend, da es der Versuch ist, die bestehenden Machtverhältnisse umzukehren. Die Herrin würde dadurch nämlich zu einer Art Domestikin erniedrigt, die ihrem Herrn Diener Schläge zu verabreichen und somit sexuelle Dienste zu leisten habe, wann immer es ihm beliebt – eine absurde und geradezu perverse Vorstellung, ganz abgesehen von dem Verbrechen der Befehlsverweigerung an sich. Sollte so etwas vorkommen, dann bekommen Sie keine körperlichen Verweise, sondern Sie fliegen. Haben Sie mich verstanden?«

Doch Masochist C. kann beruhigt sein. »Nach Schlägen zumute« ist den Ladies oft, manchmal ganz unvermutet. Die emotionalen Wechselbäder zwischen lockerer Kumpelhaftigkeit und plötzlich aufflackernder sadistischer Lust am Züchtigen und Demütigen ihres Dieners C. zerren an dessen Nerven; dennoch schafft er es nicht, sich dem übermächtigen geistigen Einfluß seiner Herrin zu entziehen. Es beginnt ein monatelanger Tanz auf dem Vulkan …

Zu kaufen als Ebook für 4,99 € bei Amazon, beam-ebooks.de, Barnes & Noble, kobo, Buchhandel.de, ebook.de.