Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Die Schrift

19. August 2009

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»Meiner Ansicht nach deuten die Schriftzeichen auf ein Matriarchat bei diesem Stamm, Herr Professor …« Warum war Lord Denning vor 20 Jahren auf der Suche nach diesem von Frauen beherrschten Stamm spurlos verschwunden?

Irena Böttcher / Rüdiger Happ

Die Schrift

Ein Expeditionsbericht aus dem dunkelsten Afrika

Roman

204 Seiten

Kartoniert, DIN-A 5

19,- €

ISBN 978-3-936708-32-5

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Der Klappentext:

»Meiner Ansicht nach deuten die Schriftzeichen eindeutig auf ein Matriarchat bei diesem Stamm, Herr Professor. Schauen Sie nur: Wo bei den anderen Schriften ein stilisierter Mann auftaucht, ist es hier eine stilisierte Frau. Denning hatte schon recht, auch wenn er sich leider keine Zeit mehr nahm für fundiertere Untersuchungen, bevor er so überstürzt aufbrach.«

»Eine solche Frauenherrschaft widerspräche allen historischen und sittlichen Gesetzmäßigkeiten, Robertson. Aber hundertprozentig auszuschließen ist es nicht. Sie wissen, daß gerade eine neue Afrikaexpedition vorbereitet wird, an der sich unser Institut preiswert beteiligen könnte. Wären Sie bereit, Ihre Thesen an Ort und Stelle zu überprüfen? Vielleicht finden Sie ja auch etwas über Lord Denning heraus. Diese Gelegenheit dürfen wir uns nicht entgehen lassen, und Sie sind der geeignete Mann dafür.«

1885 war Lord Denning spurlos verschwunden, vor 20 Jahren – verschollen auf der Suche nach dem Stamm, in dem vielleicht die Frauen herrschten … War es nicht Robertsons Pflicht, alles zu tun, um das Schicksal seines frühen Gesinnungsgenossen aufzuklären und Beweise für die Matriarchatsthese zu sammeln?

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So urteilten die SCHLAGZEILEN 93, Sommer 2007:

Der Wissenschaftler Charles Robertson unternimmt eine Expedition nach Afrika. Grund: Er sucht nach Beweisen für die Existenz eines Stamms, in dem die Frauen über die Männer herrschen. (…) Im Zuge seiner Nachforschungen wird Robertsons Truppe überfallen und er selbst gefangen genommen. So kommt Charles in den Genuss, hautnah zu erleben, was es mit den Mythen über die Herrschaft der Frauen auf sich hat. Mehr und mehr verfällt er den grausamen schwarzen Göttinnen und erlebt ungeahnte Freuden und Leiden. Robertsons Verlobte Sophie macht sich auf die Suche nach ihm, als die Meldung von seinem Verschollensein sie erreicht. Aber will Robertson gefunden werden und zurück in die Zivilisation – oder zieht er doch ein Leben als Untertan der begehrenswerten Amazonen vor?

Bild auf der Einbandrückseite:

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Kapitel II (Leseprobe):

Wie üblich ging er als letzter in der Reihe, hinter den anderen. Wie üblich verfluchte er jeden einzelnen Schritt, der ihm abwechselnd herabhängende Lianen, Dornenranken, Blätterränder mit der Schärfe eines Rasiermessers, Steine, Baumwurzeln, Schlamm und Tiere aller Art als Komplikation bescherte. Wie üblich blieb er in seinem Kampf mit der unwirtlichen Umgebung immer weiter zurück, ohne daß der Rest der Gruppe darauf Rücksicht nahm.

Nicht wie üblich allerdings war das Gefühl, das ihn seit kurz nach dem Aufbruch am Morgen beherrschte.

Sie wurden beobachtet.

Unzählige Augenpaare verbargen sich im Dickicht rings um sie herum, waren verschwunden, sobald er seinen Blick an die betreffende Stelle richtete, und bohrten sich kurz darauf wieder spürbar in seinen Rücken.

Wahrscheinlich sehe ich vor lauter Erschöpfung einfach Gespenster, versuchte er sich wieder und wieder zu beruhigen. Vergebens. Nach einigen Stunden war es keine vage Empfindung mehr, sondern sichere Gewißheit – ihr Trupp wurde begleitet. Unsichtbar, in der Deckung des dichten Grüns, und unhörbar in dem Lärm ihrer stapfenden Füße und den Geräuschen des Urwalds, an die er sich nie gewöhnen wurde, folgten ihnen fremde Menschen. Schwarze wahrscheinlich; so wie ihre Träger, von denen seit gestern Abend einer vermißt wurde – der, den Miß Longherd geohrfeigt und der ihm seine Kette hinterlassen hatte, die er nun um seinen Hals trug.

Ich muß etwas unternehmen, sagte er sich, ich muß die anderen informieren. Doch ein seltsamer Trotz hielt ihn davon ab, nach dem Führer zu rufen. Man sorgte sich nicht um ihn – warum also sollte er sich um die anderen sorgen?

Um sich selbst hatte er seltsamerweise überhaupt keine Angst. Nichts konnte schlimmer sein, als immer weiter einem unbekannten Ziel zuzumarschieren, das ihm aller Wahrscheinlichkeit nicht einmal das bescheren würde, wonach er suchte.

Natürlich kannte er die Erzählungen von wilden Stämmen, die nach einem Regelwerk lebten, das einen zivilisierten Europäer nur mit Abscheu erfüllen konnte. Falls es überhaupt ein Regelwerk war und keine blinde Willkür. Wilde Stämme, unter denen es auch Menschenfresser gab, wie er gehört hatte. Aber die ganzen Berichte erschienen ihm so unwirklich, als könnten sie ihn nicht betreffen. Als handelten sie nicht von realen Gefahren seiner konkreten Situation, sondern von alten, längst vergangenen Zeiten.

Beinahe begrüßte er die Abwechslung, die ihm heute zuteil wurde. Er fühlte, er war wacher als sonst; weniger verzweifelt, weniger zerschlagen – obwohl die Fausthiebe des unerträglichen Mannweibs vom Abend zuvor ihn durchaus noch schmerzten.

Gegen Mittag befahl Hegel eine Rast auf einer weitläufigen Lichtung. Dankbar ließ er sich neben dem ganz am Rand abgestellten Gepäck zu Boden gleiten, nachdem er endlich herangekommen war. Die anderen saßen längst beisammen und diskutierten eifrig.

»Ich kenne mich aus – wir sind auf dem richtigen Weg«, beharrte Hegel mürrisch. Anscheinend hatte jemand seine Fähigkeiten als Führer be­zweifelt.

»Wenn das der richtige Weg ist – warum ist dann von der Ebene, die wir nach Ihren Angaben spätestens gegen Mittag erreicht haben sollten, noch immer nichts zu sehen?« Miß Longherds Stimme klang ungewohnt schrill; das erste Mal hätte man sie nun für die Stimme einer Frau halten können.

»Wenn Sie es besser können, schlage ich vor, Sie übernehmen selbst die Führung!« erwiderte Hegel ungehalten.

»Das würde Ihnen so passen – unser Geld nehmen und uns dann mitten im Busch allein lassen!« schimpfte Dellingham.

Hegel sprang auf. »Erstens habe ich gerade Ihr Geld noch überhaupt nicht bekommen«, brüllte er, »weil Sie angeblich erst am Ende unserer Reise die erforderlichen Mittel dazu erhalten. Und zweitens habe ich noch nie eine Gruppe im Stich gelassen! Einen zuverlässigeren Führer als mich können Sie gar nicht finden. Und wenn Ihnen etwas nicht paßt, schlage ich vor, Sie machen sich umgehend auf den Rückweg!«

»Geben Sie es doch zu – wir haben uns verirrt!« kreischte Miß Longherd.

Mitten in der heftigen Auseinandersetzung fiel es anscheinend niemandem auf, daß wie auf ein Kommando sämtliche Schwarze auf einmal verschwunden waren. Er allein bemerkte es.

Doch noch bevor er darüber nachsinnen konnte, was das zu bedeuten hatte, ertönten plötzlich von allen Seiten wilde Schreie.

Im Nu war ihr kleines Lager von furchterregend bunt angemalten dunklen Gestalten umringt.

Hegel wollte zu seinem Gewehr greifen, aber zwei der Schwarzen schlugen es ihm mühelos aus der Hand. Auch die siamesischen Zwillinge wurden entwaffnet, die mit ihren Revolvern, wie sie freimütig zugegeben hatten, ohnehin nicht umgehen konnten. Dellingham kämpfte wie ein Löwe zwischen zwei Angreifern, die ihn jedoch rasch besiegten.

Mut hat sie, dachte er anerkennend, als Miß Longherd sich unversehens auf gleich drei Gegner stürzte – denen sie allerdings trotz ihrer Masse nicht gewachsen war – binnen Sekunden lag sie am Boden, an Händen und Füßen gefesselt.

Alles ging so schnell vor sich, daß er nur wie betäubt dasitzen konnte. Ein Eingreifen war ihm nicht möglich, selbst wenn er gewollt hätte. Und ob er seinen Gefährten wirklich zu Hilfe kommen wollte, vermochte er nicht zu entscheiden.

Um ihn kümmerte sich keiner von den Eindringlingen, und er überlegte gerade, ob er diese Gelegenheit zur Flucht nutzen sollte.

Doch es war bereits zu spät.

Nachdem die anderen Teilnehmer der Expedition wehrlos gemacht worden waren, schritten insgesamt fünf der Schwarzen auf ihn zu und blieben unmittelbar vor ihm stehen.

Halb erschrocken, halb neugierig sah er zu ihnen auf – und dann weiteten sich seine Augen vor Erstaunen.

Es war nur ein einziger Mann dabei, der Schwarze, dessen Kette er angelegt hatte.

Alles andere waren Frauen.

Große Frauen mit Körpern, deren grelle, primitive Bemalung ihre samtweiche, üppige Schönheit nicht verbergen konnte.

Er versuchte, rasch auf die Füße zu kommen; es gehörte sich einfach nicht dazuhocken, wenn eine Frau vor ihm stand.

Übelkeit biß sich in seinen Magen, er taumelte. Es war wohl alles zuviel gewesen in seinem untrainierten Zustand, die unerträgliche Hitze, die ungewohnten Anstrengungen, und nun die Aufregung.

Wie ein schwarzes Tuch legte sich die Ohnmacht über seine Sinne.

Kapitel VII (Leseprobe):

Unruhig wälzte er sich auf den dünnen Matten herum, die ihm auf einmal unbequemer erschienen als der nackte Boden, unbequemer als jedes Lager, auf dem er sich jemals zur Ruhe gebettet hatte; obwohl die dünne Unterlage, die ihn während der Expedition begleitet hatte, gewiß nicht weicher gewesen war.

Wieder einmal war es unerträglich heiß in der Nacht, und wieder einmal konnte er nicht schlafen. Diesmal allerdings war es noch eine Hitze ganz anderer Art, die ihn wach hielt; weit schwerer zu verkraften als die für einen Europäer so unpassenden Temperaturen.

Ja, er hatte sie gesehen, als er sich zu den anderen gesellt hatte, die vor dem, was er in Gedanken bei sich Kochzelt nannte, im Kreis um ein Feuer herumgesessen hatten. Sie war eine derjenigen Frauen gewesen, die eine Geschichte erzählt hatten.

Obioma hatte ihm zunächst getreulich alles übersetzen wollen, doch irgendwann hatte er unwillig abgewinkt. Es war nicht wichtig, was sie erzählte; wichtig war nur, ihrer Stimme zu folgen, die ihn verzauberte, betörte in einem Ausmaß, wie er es vorher noch nie gekannt hatte.

Die ganzen Verlockungen Afrikas schienen in ihrem Tonfall zu liegen; das dunkle Grollen eines Raubtierschreis, das bunte, schwüle Übermaß der Pflanzenvielfalt, die Glut der sengenden Sonne, die Leben spenden konnte ebenso wie Leben verbrennen, und die mysteriöse Schwärze der Nacht.

Er wollte nicht wissen, welche Worte sie benutzte, er wollte sich tragen lassen allein von ihrer Stimme in ein geheimnisvolles Land, das ihm ebenso außerhalb seines Körpers zu liegen schien wie innerhalb.

Die Bezauberung hatte sogar die unangenehmen Gedanken an Miß Longherd verdrängt, die ganz in der Nähe an ihrem Pfahl gewiß Höllenqualen litt. Das Feuer warf tanzende Schatten auf sie, die ihre Gesichtszüge verzerrten und es aussehen ließen, als werde ihr Körper von wilden Zuckungen erfaßt.

Am Schluß hatte er beinahe gar nicht mehr an sie gedacht, nur noch darüber nachgegrübelt, wie er es erreichen konnte, mit dieser unbekannten Schönen zu reden. Oder nein, nicht zu reden – wie hätte er sich ihr auch verständlich machen sollen? -, aber sie wenigstens noch einmal aus der Nähe anschauen zu dürfen.

Natürlich war es ihm nicht gelungen. Als sich eine Gelegenheit ergeben hatte, beim allgemeinen Aufbruch, war er zu schüchtern gewesen, sich ihr zu nähern, und dann war die Chance verpaßt, und Obioma hatte ihn zur Hütte für Gäste gebracht, in der er einstweilen untergebracht war. Es war dieselbe, in die man ihn vorher ohnmächtig getragen hatte.

Kurz bevor Obioma gegangen war, hatte Robertson sich eher höflichkeits- als interessehalber nach seinen ehemaligen Gefährten erkundigt, die ihm im Laufe weniger Stunden fremd geworden waren, so, als hätte er nicht viele Tage in ihrer Gesellschaft verbracht. Obiomas Auskunft, es gehe ihnen gut, sie seien zusammen in einer Hütte, unter Bewachung, stellte ihn zufrieden; mehr wollte er gar nicht wissen.

Aber als er dann im Dunklen auf der Matte lag, fiebrig und schlaflos, sehnte er sich nach ihrer Anwesenheit. Nach der Anwesenheit von Menschen, die die schreckliche Einsamkeit einer Nacht in der Fremde mit ihm teilten. Auch wenn er sich nie viel mit Dellingham oder den Brüdern Liaud unterhalten hatte – sie waren doch immer dagewesen. Nun war er allein. Fast beneidete er die anderen darum, miteinander eine Hütte zu teilen, obwohl der Preis dafür die Gefangenschaft war, während er sich ersichtlich frei bewegen durfte.

Die merkwürdigen Geräusche, die von draußen kamen, machten ihm angst. Es waren Tierlaute, die er sämtlich nicht kannte, deren Klang keinerlei Vertrautheit besaß. Die Fremdartigkeit allein schien ihm von Gefahren zu künden, und er hatte genug gelesen und von Hegel erfahren, um zu wissen, daß durchaus echte Gefahren im Urwald lauerten.

Wiederholt kam es ihm vor, als höre er Schritte in der Nähe der Hütte; erschrocken versuchte er sich zusammenzurollen, doch nichts geschah.

Endlich kam der widerspenstige Schlaf in Wellen heran, die immer wieder zurückliefen und ihn aufschrecken ließen, bis sie ihn irgendwann vollends überrollten.

Schwarze, bemalte Gestalten tanzten in seinen Träumen um ein flackerndes Feuer herum, in dem Miß Longherd mittendrin an ein Kreuz gefesselt dastand. Seltsamerweise schien ihr Körper jedoch nicht zu brennen, sondern glühte lediglich im Widerschein der Flammen. Auf einmal reckte sie den Kopf, sah ihm direkt in die Augen, und rief seinen Namen, Robertson; einmal, zweimal, und ein drittes Mal, allerdings mit einem merkwürdigen fremdartigen Akzent.

Er fuhr hoch – und stieß gegen etwas Weiches, das einen unverkenn­baren Schmerzenslaut ausstieß.

»Oh, Verzeihung«, stammelte er und tastete mit den Händen. Erkennen konnte er nichts.

Ein Lachen erklang – und er erstarrte. Er kannte dieses Lachen. Genauso hatte sie sich über seine doch so gut verborgene Erektion amüsiert, die unbekannte Schöne.

Diesmal blieb ihr nichts verborgen; ihre Hände strichen wie Schmetterlingsflügel über das, was er durch sein Herumwälzen vollständig entblößt hatte. Sanfte Fingerspitzen lösten erst das Tuch und darauf den Knoten des Seils, an dem der Knochen hing, den sie beiseite warf. Er konnte das Aufschlagen hören.

Und dann war es jäh vorbei mit aller Sanftheit. Sehr energisch, sehr fest bewegten sich die Finger an seinem Schaft herauf und herunter, und stöhnend fiel er zurück, überließ sich der unglaublichen Sensation, die sich wie ein Feuerball in seinem Bewußtsein ausdehnte und alles andere verbrannte; Müdigkeit, Hitze und Angst.

Ganz flüchtig dachte er an Sophie, seine keusche, unnahbare Verlobte, die sich noch nie von ihm anderswo hatte berühren lassen als an den Händen und, beim Tanzen, um die Taille, und die seinen Körper noch nie für berührenswert gehalten hatte; schon gar nicht an dieser Stelle.

Sehr schnell spürte er den Saft aufsteigen und drängen. Aber noch ehe diese Flut sich ihren Weg bahnen konnte, schwang sich ein schlanker, fester Körper über seine Hüften, die Hände hielten inne in ihrer Tätigkeit, und stattdessen wurde sein Glied auf einmal umschlossen von warmer Feuchtigkeit, die ihn gierig begrüßte.

Nur wenige Male bewegte sie sich auf ihm wie im Sattel eines galoppierenden Pferdes, dann bäumte er sich auf und ergoß mit einem heiseren Schrei seinen Samen in die willige Höhle.

Zitternd, keuchend und ächzend blieb er liegen, spürte zu seiner Enttäuschung, wie sie sich erhob.

War das etwa alles gewesen? Sie hatte ihn benutzt wie einen Gegenstand, mit seiner Erregung und seiner Lust gespielt, als sei er ein Musikinstrument. Nichts hatte er von ihr gespürt, von ihr bekommen, außer seiner Lust. Empörung entzündete sich heiß in seinem Bauch, und er griff über sich, neben sich, um sie zu fassen zu bekommen.

Er griff ins Leere.

Bis sich plötzlich ein schweres Gewicht über sein Gesicht legte, über Mund und Nase, samtige Nässe ihn zu ersticken drohte, und seine Hände ihren Rücken umfaßten.

Sie sagte ein Wort, das er nicht verstand – aber es war ja nur zu deutlich, was sie von ihm wollte. Er, der außer in diesem Stamm am gestrigen Tag noch nie die Scham einer Frau gesehen hatte, und selbst da nur bedeckt von schützenden Schamhaaren, er, der nicht wußte, was sich darunter verbarg, und noch weniger wußte, was man damit anstellen konnte, er sollte mit eben jenem süßen, glitschigen Körperteil etwas anfangen, und zwar ganz offensichtlich mit dem Mund.

Einen Moment lang wollte heftiger Widerwille gegen diese unerwünschte Intimität mit einer völlig fremden und noch dazu dunkelhäutigen Frau ihn überkommen.

Seine unwillkürliche abwehrende Kopfbewegung schien etwas auszu­lösen; sie stöhnte leise und rieb sich an ihm.

Vorsichtig, noch immer eher unwillig, preßte er seine Lippen gegen das weiche Naß, und wieder reagierte sie mit einem erregten Laut.

Neugierig wiederholte er den Lippendruck, den sie so fest erwiderte, er mußte mühsam nach Atem ringen.

Ja, genau das war es wohl, was sie von ihm forderte.

Ob er sich wehren sollte, sie energisch herunterstoßen?

Aber es war doch gar zu lustvoll, sie so in Entzücken zu versetzen. Seine gerade erst befriedigte Männlichkeit regte sich schon ganz leicht wieder.

Noch einmal und noch einmal drängte er seine Lippen nach vorne, zur Seite, und auf einmal gab es kein Halten mehr für ihn. Seine Zunge schob sich beinahe ohne sein Zutun vor, leckte gegen etwas Nachgiebiges, das bitter und süß gleichzeitig schmeckte, und sie wurde wild, vergrub die Hände in seinen Haaren

Ihm war, als sitze er in einem Karussell, das sich immer schneller drehte und ihm Dinge entlockte, die er bei vollem Bewußtsein nie auch nur in Erwägung ziehen würde.

Auf und ab bewegte sie sich, rieb sich an ihm, und er preßte und saugte und küßte und leckte, ihrer Lust auf der Spur, bis sie sich mit einem dunklen Stöhnen schmerzhaft hart gegen seinen Mund preßte und ihr ganzer Körper erbebte.

Wenige Sekunden danach war sie verschwunden, und er lag wieder allein in der Hütte; der Schlaf ferner denn je.