Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Die nette Marion

19. Februar 2009

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»Halte dich in Zukunft von Dominastudios fern, Wichser – oder deine ganze Firma erfährt davon!« Die Email an den Chef war deutlich. Doch auch Frauen haben in den Stories von Carlos A. oft und viel zu leiden …

Carlos A.

Die nette Marion

14 liebliche Geschichten

122 Seiten

13,50 €

ISBN 978-3-936708-44-8

Rezension: SCHLAGZEILEN 93, Juli 2007:

SM-Stories vom feinsten und in jeder Konstellation

»Die nette Marion« handelt nicht nur von dieser, sondern auch von jeder Menge anderer Frauen, Männer, Sklaven und Tops. Carlos A. beschreibt in 14 Kurzgeschichten eine große Bandbreite an Möglichkeiten, seine Lust auszuleben. Nicht nur männliche Sklaven und weibliche Tops bevölkern sein Buch, auch die umgekehrte Konstellation kommt nicht zu kurz.
Dabei konzentriert er sich stets auf das Wesentliche: den SM. Außer in der Titelgeschichte, die etwas länger ist als die anderen, bleiben seine Figuren sehr eindimensional, reduziert auf ihre Sexualität.
Das ist wieder mal ein Buch für die Bahnfahrt oder den Strandkorb, leicht zu lesen, mit netten Anregungen und oft über das allgemein gültige SSC hinausgehend. Empfehlenswert für jeden, der es liebt, seine Phantasie anregen zu lassen, um dann selbst weiter zu träumen …

Inhaltsverzeichnis

Bahnfahrt
Fenster
Baumhaus
Gehorsam
Geschenk Café
Domina
Gewalt
Kriegsbeute Helga
Hure
Königin
Polizei
Die nette Marion

Leseprobe aus der Titelgeschichte (»Die nette Marion«)

Montag, 1.3.2002

14:00
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.de
Ich weiß, was du in deinen Mittagspausen tust, Wichser!

14:15
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.
Willst du nicht antworten, Wichser? In deinem eigenen Interesse?

14:22
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Wer zum Teufel bist du?

15:30
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.
Du hast keine Fragen zu stellen, Wichser. Und du wirst ab sofort keine Peepshow, keinen Sex-Shop und kein Domina-Studio mehr betreten. Wenn du es doch tust, schicke ich dir die gesamte Firmenbelegschaft samt deiner Frau hinterher. Was für ein Spaß! Ab jetzt übernehme ich das Kommando über deinen Schwanz.
Deine Herrin
P.S.: Und ein bisschen mehr Respekt, wenn ich bitten darf! Ich habe dir nicht erlaubt, mich zu duzen.

15:42
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Na gut – bitte sagen Sie mir, wer Sie sind! 🙂

16:04
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.
Du hast den Ernst der Lage nicht erfasst, Wichser. Ich rate dir gut, ein wenig vorsichtiger zu sein. Dein Text hätte lauten müssen: Jawohl, Herrin!
Schau, ich weiß, dass du ein geborenes Sklavenschwein bist. Ich beobachte schon lang deine diesbezüglichen Aktivitäten und weiß auch sonst alles über dich. Wer ich bin, tut nichts zur Sache, aber du hast mehr Glück als Verstand: Ab sofort musst du dir die Dienste deiner fallweisen Herrinnen nicht mehr für teures Geld kaufen. Hier ist eine, die dich ganz gratis vor sich kriechen lässt. Also sei gefälligst dankbar und ergreif die Gelegenheit beim Schopf, Wichser.
Ich erwarte bis heute 17:30 Uhr deine demütige Bitte, mir als Lustobjekt dienen zu dürfen. Andernfalls erfahren sämtliche Menschen in deiner Umgebung noch heute von deinem geheimen Doppelleben.
Deine Herrin

16:48
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Wolfgang, bist du das? Wenn ja, dann lass die Späße und klär mich auf. Ich schwitz schon ganz schön 🙂

16:58
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.de
Du hast noch 32 Minuten Zeit, Wichser!
Deine Herrin

17:05
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Das ist ein Fake. Ich lass mich doch nicht verarschen.

17:09
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.
Noch 21 Minuten. Ich bin ganz feucht bei dem Gedanken, dass du meinetwegen schwitzt, mein Süßer!
Deine Herrin
P.S.: Dich werd ich noch winseln hören, so oder so. Ich mach Ernst, verlass dich drauf!

17:26
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Also gut – ich bitte Sie demütig, Ihnen als Lustobjekt dienen zu
dürfen.
Oliver

17:45
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.de
Das geht noch besser. Bemüh dich ein bisschen. Du kannst es doch.
Deine Herrin

18:10
From: Oliver.Bauer@rihalabs.de To: deineHerrin@firemail.com
Meine Herrin, ich bitte Euch demütig, mich als Lustobjekt in Eure Dienste zu nehmen. Ich habe nachgedacht und will versuchen, Euch zu vertrauen. Verfügt ganz über mich, ich erwarte Eure Befehle!
Oliver

18:15
From: deineHerrin@firemail.com To: Oliver.Bauer@rihalabs.de
Willkommen im Sklavenleben, Wichser! Da du fauler Sack den halben Nachmittag privat herumgemailt hast, wirst du jetzt erst einmal Überstunden machen. Du kannst meine nächste Nachricht gegen 21 Uhr erwarten. So lange bleibst du brav in deinem Büro.
Lass dir ja nicht einfallen, ohne Aufforderung deinen Schwanz in die Hand zu nehmen!
Deine Herrin

… so fing es an. Es kann aber auch mal ganz anders anfangen, etwa in der Story »Gewalt«:

Seine Lippen streifen schnell und leicht ihre Schläfe, eine sanfte Umarmung, seine Hand kurz an ihrem Hintern, zärtlich und doch fest, sie schmiegt sich an ihn, lässt ihn für einen Augenblick die harten Brustwarzen unter der leichten Bluse, dem dünnen BH spüren. Es ist zwei Uhr morgens, und die Funken fliegen seit Stunden. Die Frage »zu dir oder zu mir?« steht zum Greifen nah im Raum.
Wohin also jetzt? Sie ziert sich plötzlich, hat noch nicht genug vom Nachtbummel, will unbedingt noch irgendwo anders einen Schluck trinken.
Er kennt sie schon lange, wollte sie schon immer. Selbst als er noch mit ihrer besten Freundin zusammen war, dachte er öfter an sie, als es ihm gut tat. Jetzt, nach der Trennung von Karin, hat sie sich endlich erweichen lassen, mit ihm allein einen Abend zu verbringen, plaudernd, tanzend, heftig flirtend und seinen bisweilen sehr eindeutigen Berührungen entgegen kommend.
Sollte es die Nacht der Nächte werden? Noch spielt er das Spiel aus Annäherung und Verzögerung mit, ahnt doch, dass sie ihm sicher ist, dass sie am Ende das Gleiche wie er will. Sein Unterleib pocht, seine Ungeduld steigt und allein die Möglichkeit, dass sie nur mit ihm spielen könnte, lässt Aggression in ihm aufsteigen. Dennoch erfüllt er ihr den kleinen Wunsch.
Eine kurze Fahrt, ein langer Kuss im Fond des Taxis, sie lehnt sich zurück, schaut ihm in die Augen, leckt sich die Lippen, tastet nach ihren Brüsten, streichelt sie. Sie ist heiß wie die Hölle, er liebt das Gefühl ihrer Beine und der glatten, seidigen Strümpfe in seiner Hand, etwas höher dann findet er nackte Haut und einen schmalen Streifen dünnen Stoffs, der sich über pralle, weiche Lippen spannt, und das alles ist plötzlich sehr, sehr feucht.
»Gib mir dein Höschen«, murmelt er in ihr Ohr. Sie löst ihre Augen von ihm und begegnet dem Blick des Fahrers im Rückspiegel. Der ahnt wohl, was sie hier tun, schaut aber sofort wieder diskret nach vorn auf die Straße. Ist auch gut so, er denkt jetzt eher an eine andere Art von Zusammenstoß. Er hilft ihr, das Höschen auszuziehen, lässt es in seiner Hosentasche verschwinden. Den Rock bis fast zu den Hüften hochgeschoben, liegt sie halb in seinen Armen.
Der Wagen hält vor einem kleinen Lokal, schnell ordnet sie ihre Kleider, nur die Möse bleibt nackt unter dem Rock.
Der Raum, den sie betreten, ist leer, keine Gäste mehr außer ihnen beiden, ein müder, gelangweilter Kellner sammelt Aschenbecher ein und stellt Stühle auf die Tische. Offensichtlich irritiert registriert sie den abgetretenen Holzboden, die verschlissenen Möbel, die Barhocker mit den billigen Plastiküberzügen. Sie ist eindeutig Besseres gewohnt. Was soll das? Warum bringst du mich gerade hierher? fragen ihre Augen, aber sie sagt nichts. Vertrau mir, sagt sein Lächeln, und sie lässt sich bereitwillig an die Theke führen, klettert auf einen der Hocker und wartet ab.
Er tritt zur Seite, wechselt mit dem Kellner ein paar Sätze, die sie nicht versteht. Zwei Drinks, ein sehr hohes Trinkgeld, sie runzelt die Stirn, ein seltsames Glitzern in den Augen.
Mit anzüglichem Grinsen in ihre Richtung sperrt der Kellner die Tür ab und verschwindet durch den schäbigen Perlenvorhang ins Hinterstübchen. Man hört ihn dort rumoren, doch er kommt nicht wieder zurück.
Noch während sie miteinander anstoßen, ist seine Hand schon an ihrem Schenkel, schiebt den Rock hoch, sie stellt ihr Glas ab, öffnet die Beine und greift nach der harten Wölbung in seiner Hose. Ja, befrei ihn, er wartet, denkt er noch, doch sie tut es nicht. Sie weiß doch, dass sie nur scheinbar allein sind, dass der Kellner, dieser schmierige kleine Wicht, hinter seinem Perlenvorhang steht und heimlich herauslugt. Dennoch ist ihre Schamlosigkeit atemberaubend, sie dreht sich zu ihm, mit dem Rücken zum Perlenvorhang, hilft ihm mit fliegenden Fingern, ihre Bluse zu öffnen und den BH einfach nach oben zu schieben, er saugt sich an ihren Lippen, ihrem Hals, ihren Brüsten fest, ihr schwerer Atem, die Bewegungen ihres Unterleibs, das alles sagt ihm, dass sie längst so weit ist.
Sie fängt erst an, sich zu wehren, als er sie vom Hocker zerrt, herumdreht, verlangt, dass sie sich über die Bar beugt, er will sie von hinten, die Beine gespreizt, der Arsch ihm entgegengereckt. Sie versucht, ihn mit Kraft von sich wegzustoßen, doch er ist stärker als sie und scheint mehr als entschlossen zu sein.
»Hör auf«, bittet sie, »wir sind doch hier nicht allein!«
»Das ist mir egal«, erwidert er ungeduldig. »Ich will dich jetzt. Sofort. Hier. Und wenn eine ganze Fußballmannschaft zuschaut. Du hast mich lang genug hingehalten.«
»Nur über meine Leiche«, keucht sie, »ich bin doch keine Nutte!«
»Das mit der Leiche kannst du haben«, erwidert er trocken und dreht ihr grob die Arme auf den Rücken. »Hier ist keiner, der dir hilft. Und wenn du keine Nutte bist – ich wüsste nicht, wer dann.«
Sie spürt seine Entschlossenheit, seine Kraft, begreift, dass ihm jetzt tatsächlich alles egal ist. Er lacht wild über die plötzliche Panik in ihren Augen. Er schlägt sie ins Gesicht, einmal, zweimal. Er bricht ihren Widerstand mit Gewalt, es ist längst zu spät, ihn noch zu stoppen, das hätte die Schlampe früher wissen müssen. Herumspielen, einen Mann heiß machen, sich dann auf den Schutz der ohnehin kargen Öffentlichkeit verlassen, auf die Anwesenheit eines Kellners, dessen Diskretion er sich längst gekauft hat …
»Nein«, keucht er noch, »so nicht, Schätzchen. Nicht mit mir.« Und er packt sie im Nacken, drückt ihr Gesicht hinunter auf den verklebten, nach Bier stinkenden Tresen. Ihr Hintern wackelt wild, er findet den Eingang trotzdem. Ihr Widerstand erlahmt, sie ergibt sich in ihr Schicksal, klammert die Hände um den Rand der Bar, ihre Titten baumeln hilflos unter ihr, er hört sie schluchzen.
Mit sattem Schmatzen gleitet sein Ständer in das nasse Loch, er stößt mit aller Grobheit zu. Sie keucht auf, versucht vergeblich, leise zu sein. Wozu diese Verschämtheit? Ihr Beobachter weiß doch ohnehin, sie kann stöhnen, keuchen, schreien sogar … Er schlägt sie hart auf die Arschbacken, während er sie rammelt, sie wimmert laut, ihr Hintern wird heiß und rötet sich unter seinen Schlägen, doch sie hat ihren Widerstand jetzt aufgegeben, hat wohl begriffen, dass sie keine Hilfe zu erwarten hat.
»Schrei nur, Schlampe«, verlangt er, holt weit aus, drischt ein weiteres Mal zu. Und sie schreit.
Ihr Höhepunkt kommt schnell, überraschend und dauert lange, der seine nicht weniger heftig, ein paar langsame tiefe Stöße noch, dann liegt sein Gesicht an ihrem Rücken, sie ist ganz schlaff, ihre Beine zittern, seine Arme halten sie, sie versuchen gemeinsam zu Atem zu kommen.
Sie sieht ihn nicht an, als er ihr schließlich erlaubt, sich aufzurichten und ihre Kleider zu ordnen. Das Dröhnen der Macht in seinen Schläfen verebbt langsam, er fragt sich halbherzig, ob er ein schlechtes Gewissen haben sollte ob der Vergewaltigung, denn wie immer man es dreht, es war eine. Aber was will die geile Hure eigentlich? Immerhin ist sie dabei gekommen, auch wenn sie sich dafür schämt, dieser Orgasmus war nicht gespielt.
»Fang jetzt bloß nicht an zu heulen«, sagt er mit trockenem Mund und packt sie an der Schulter. »Schließlich hast du mich lange genug provoziert. Setz dich hin und trink noch was, dann bring ich dich nach Hause.«
Sie antwortet nicht, schüttelt nur wild den Kopf und entzieht sich seiner Berührung mit einer angewiderten Bewegung. Ihre Haare fliegen, er kann ihr Gesicht noch immer nicht sehen. Als sie wieder manierlich auf ihrem Barhocker sitzt, die Bluse geschlossen, die Beine auch, und mit noch immer gesenktem Kopf, erscheint wie auf Stichwort der Kellner. Ein wenig erhitzt sieht er aus, sie dürften zu dritt gewesen sein in der Ekstase.
Er ist verärgert, weil sie so herumzickt, und noch immer seltsam aufgeregt. Er wünscht sie ein weiteres Mal zu demütigen, zieht ihr Höschen aus der Tasche, schiebt es über die Bar hinüber zu dem Kellner, der es hingerissen in Empfang nimmt und langsam auseinander faltet.
Jetzt erst hebt sie den Kopf, lächelt ihn an, strahlend, Triumph in ihrem Blick.
»Karin hat nicht zu viel versprochen«, sagt sie leichthin. »Könnte schon sein, dass ich mich wieder mal bei dir melde. Und jetzt sei so gut und ruf mir ein Taxi.«
Plötzlich fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Natürlich, sie wollte das, genau das, von Anfang an. Sie wusste von dem bestechlichen Kellner, von der Bar, von seinem Exhibitionismus, den Vergewaltigungs- und Missbrauchsspielchen, das alles hat er auch schon mit Karin gemacht, das alles ist zwischen den Frauen sicher tausendmal besprochen worden.
Sie hat den ganzen Abend lang nichts anderes getan, als ihn am Schwanz zu packen und genau dorthin zu führen, wo sie ihn haben wollte. Wie konnte er so blauäugig sein? Er hatte keinen Augenblick lang wirklich Macht über sie.
Plötzlich ist er es, der sich missbraucht und vergewaltigt fühlt.
»Weiber …«, murmelt er überwältigt und schüttelt den Kopf. Selbst wenn er seit Wochen nicht abgespritzt hätte, würde eine eventuelle Erektion jetzt ernüchtert in sich zusammen fallen.
Dann steht der Kellner mit breitem Grinsen an der Tür, um sie für seine späten Gäste zu öffnen, hebt dabei ihr Höschen an die Nase und nimmt einen tiefen, genüsslichen Atemzug. Ihnen allen ist klar, was er heute Nacht damit noch tun wird.
Ohne ihn eines Blickes zu würdigen, mit leicht geröteten Wangen, aber ganz Dame, stolziert sie an ihm vorbei auf die Straße.