Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Des Widerspenstigen Zähmung

26. August 2009

widerspenstiger

»Wenn du mir gehören willst, dann halte auf Knien um meine Hand an!« – Von »des (männlichen) Widerspenstigen Zähmung« berichtet dieser Band in vielen Fotos und Stories …

R. Happ / Didi / Woschofius:

Des Widerspenstigen Zähmung – Szenen (nicht nur) einer Ehe

Kartoniert, DIN-A 5

Kunstdruckpapier

212 Seiten

16,60 €

ISBN 978-3-936708-18-9

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Der Klappentext:

»Hör zu – wenn du mir für immer gehören willst, dann mußt du dich damit abfinden, daß ich schon am Hochzeitstag zeigen werden, wer in Zukunft die Hosen anhat – vor aller Augen!« 

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LUSTSCHMERZ.de urteilte:

»Hör zu – wenn du mir für immer gehören willst, dann musst du dich damit abfinden, dass ich schon am Hochzeitstag zeigen werde, wer in Zukunft die Hosen anhat – vor aller Augen!«

Die zweite Sommerneuheit des Marterpfahlverlages richtet sich an den submissiven Mann und die dazugehörige Dame. Phantasien rund um Eheversklavung stehen im Mittelpunkt und werden mit vielen speziellen Hochzeits-Fotos sehr ansprechend ergänzt.

Ein Band des Verlegers R. Happ, der sich zusammen mit seinen Co-Autoren mit eigenen Geschichten einbringt und auch auf den Fotos eine gute, unterwürfige Figur macht, entstand über die Jahre mit vielen Ideen und Fragmenten weitab von Lack und Leder.

Erschienen ist nun ein Kurzgeschichtenband rund um den schönsten Tag des Jahres, wenn dominante Frau ihren Anbetenden zum Mann nimmt. Amüsant und leicht, erotisch und mit durchschlagenden Argumenten, auch Tipps und Verhaltensweisen für »Ehesklaven« finden Platz zwischen herrlichen Fotos und Phantasien, die ihren Ursprung in einem mit viel Spaß inszenierten Hochzeits-Fotoshooting haben.

Leichte Kost, die speziell submissiven Männern gut schmecken wird und sie möglicherweise zum selben Ergebnis wie R. Happ kommen lässt: »Puh! Gerade noch mal davon gekommen … Ich bin nicht wirklich verheiratet …«

 

 

DOMANTIK.de urteilte:

 

 

 

In dem Band »Des Widerspenstigen Zähmung – Szenen (nicht nur) einer Ehe« von Rüdiger Happ finden sich 6 Kurzgeschichten, 2 Tatsachenberichte, 2 Bilderserien (für diesen Band von Didi und Woschofius fotografiert) und 15 in Büchern, dem Internet oder auch Zeitschriften gefundene Anekdoten zum Thema »Was wäre, wenn in der Ehe die Frau die Hosen anhätte und sich den Mann unterwirft«. (…) Ergänzt wird das alles durch eine Entstehungsgeschichte des Bandes.  

Fazit:

Die Ausgangssituation aller Stories ist bis auf die in »Alimente« gleich. Eine Frau macht sich ihren »Schon-« bzw. »Bald-Ehemann« untertan. Widerstand leisten die Männer dabei nicht wirklich, denn im Grunde wissen sie längst, dass sie devot sind bzw. haben ihre devoten Neigungen bereits anderweitig ausgelebt. In den Geschichten geht es also nur darum, die Wege zu beschreiben, die die Frauen gehen, um die devote Ader ihres Ehemannes zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Der Vorteil ist natürlich stets das Ausleben der eigenen Dominanz. Mal muss da – wie in der Story »Brainstorming« – auf Beziehungs- und Managementratgeber zurückgegriffen werden, mal greifen Frauennetzwerke gnadenlos hart durch (da verbünden sich Mutter, altgediente Sekretärin und Bald-Ehefrau, mal auch Nachbarinnen) – so in »Strukturanpassung« oder in »Herrgottswinkel«. Und in »Die Gesellschaftsreportage« weiß die baldige »Eheherrin« von den Dominabesuchen ihres Bräutigams und nutzt dieses Wissen konsequent. Allen Stories ist gleich: Am Ende ist klar, der Mann hat nichts mehr zu melden. Und das macht ihn irgendwie glücklich, auch wenn er das so nicht in Worte fassen kann.
 
Um so irritierender wirkt da die Story »Alimente«, in der es anfangs um das lustvolle Leiden eines Strafgefangenen geht. Auch hier ist der Mann wie in den anderen Stories devot und Masochist. Aber es ist keine Ehefrau, die ihn quält, es sind Gefängniswärterinnen. Aber dann ist es die überaus unsichere Gefängnisdirektorin, die aus seinem Spiel Ernst macht, indem sie ihn mehr aus Verzweiflung denn Bosheit in Block C verlegen lässt (aus Block C gibt es kein Entrinnen; wer einmal dort ist hat keinerlei Rechte mehr und gerät in Vergessenheit).
 
Viel weniger aus dem Rahmen »Ehe« fallen die beiden Berichte »Ganz in Weiß« und »Ganz in Weiß – Tübinger Etüden«. Hier wurde vor Ort (eben Tübingen) durchgespielt, wie denn eine Ehe beginnen könnte, in der die Braut die Zügel -pardon: die Hundeleine in Händen hält. Die dazu passenden Bilder gibt es in »Tübinger Etüden – eine Hochzeit in Bildern« anzuschauen.

Empfehlung:

Ein klein ermüdend wirkt die über alle Stories ach viel zu gleiche Domestizierung des Mannes schon. Zu oft muss er – der Mann – sich (auch vor anderen Frauen) ausziehen – was ihn ungemein demütigt -, dann wird er mit dem Rohrstock geschlagen – was ihm besonders dann sehr, sehr weh tut, wenn die zweiten 6 Schläge genau dort treffen, wo schon die ersten 6 getroffen haben – und dann ist da als finaler Beweis noch das Blut in der Unterhose bzw. an der den geprügelten Hintern betastenden Fingern … Au weh!
 
Aber (…) all das hat Witz! Sehr viel Witz sogar! Die Stories kommen (bis auf »Alimente«) erfreulicherweise alles andere als tierisch ernst daher. Und nicht mal »Alimente« spart mit einem schadenfrohen Augenzwinkern (BDSM ist eben nichts, das man auf die leichte Schulter nehmen kann und darf).
 
Für mich ist »Des Widerspenstigen Zähmung« ein BDSM-Kurzgeschichtenband mit erfrischend viel Humor zwischen den Zeilen, wie ich noch keinen gelesen haben. Und die zwischen den Stories immer wieder eingeschobenen Anekdoten und Zeitschriftenfunde tragen dazu ihren Teil bei. Von Loriot bis Jennifer Lopez, vom OWK bis hin zur dpa – die unterschiedlichsten Namen sind dort vertreten. Mehr als nur ein Mal habe ich mir bei diesen Einschüben ein breites Grinsen und teils auch lautes Lachen nicht verkneifen können: Im realen Leben wird der widerspenstige Ehemann ja oftmals eben schon gezähmt. Man muss nur hinschauen! Und Rüdiger Happ hat! Dafür an dieser Stelle vielen Dank und die Bitte, nun auch noch einen Band über »Der Widerspenstigen Zähmung« zu veröffentlichen.
 
Bis dahin kann ich allen BDSMlern leider nur diesen Band empfehlen. Und auch wenn der Widerspenstige auf die immer gleiche Weise gezähmt wird, muss nicht in dieses »Zähmungsraster« fallen, um an »Des Widerspenstigen Zähmung« seinen Spaß haben zu können. Es reicht, wenn man über BDSM lachen kann!

(Tobias)