Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Das Cagliostro Lesebuch

21. August 2009

cagNoch nicht genug öffentlich gedemütigt? Dann schaut mal in dieses Lesebuch, dann fällt Euch bestimmt noch was Nettes dazu ein, was Ihr noch nicht ausprobiert habt …

 
Das Cagliostro-Lesebuch

14 Stories und Texte von Cagliostro

168 Seiten

Kartoniert, 20 x 13,5 cm

12,- €

ISBN 3-9806104-2-X

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Was liest die Herrin und der Master,
die Sklavin und der Knecht?
CAGLIOSTRO natürlich.
Für alle, die seine Geschichten noch nicht kennen oder die gar nicht genug davon bekommen können, gibt es jetzt dieses preiswerte, aber gehaltvolle Büchlein …

LESEPROBEN:

DIE BLOSSLEGUNG (oder: weibliche Dominanz)

Natürlich empfängst Du auch männlichen Besuch. Einer Deiner Freunde ist ein besonders gutaussehender, muskulöser Mann mit angenehm sonnengebräunter Haut. Er nennt sich Raoul. Ich habe Dich ja oft genug mit jenen besonders maskulin wirkenden Prachtexemplaren von Männern zusammenstehen und flirten sehen, offenbar ist das der Typ, auf den Du besonders abfährst, eben jener Typ, neben dem sich ein Durchschnittsmann wie ich ohnehin schon leicht minderwertig vorkommt. Dieses Gefühl steigert sich natürlich, wenn man nackt zu Deinen Füßen kniet, während er Dir stolz und aufrecht gegenübersitzt und aus seiner Verachtung mir gegenüber keinen Hehl macht.
»Und er macht wirklich alles für dich, was immer du willst?« will er wissen.
»Was immer mir gerade in den Kopf kommt. Er gibt mir sogar Geld dafür, daß ich ihn mißbrauchen darf. Größere Summen.«
Raoul schüttelt ungläubig den Kopf. »Und warum, um alles in der Welt, sollte jemand so etwas Abartiges tun? Erlaubst du ihm, es dir zu besorgen, wenn er besonders brav und gefügig war?«
»Mach keine schlechten Witze«, erwiderst Du, sichtlich verärgert. »Ich, mit dem da?« Du wirfst einen verächtlichen Blick in Richtung Fußboden und schüttelst dich vor Ekel. »Na ja, wenn ich in besonders guter Stimmung bin, erlaube ich ihm, sich vor meinen Augen einen runterzuholen. Er macht ein so herrlich dämliches Gesicht, kurz bevor er am Kommen ist, das ist einfach zum Schießen. Willst du’s sehen?« – »Was??«
»Klar. Er ist doch mein Sklave, oder?« Und zu mir gerichtet: »Hast du nicht gehört, Blödmann? Los, wichs dir mal einen ab vor meinem Freund hier!«
Ich gehorche, wie immer. Selten fiel mir das so schwer wie in diesem Augenblick.
Nachdem dies getan ist, kettest Du mich irgendwo an und ziehst dich mit Raoul in Dein Schlafzimmer zurück. Raouls Stöhnen und Deine Lustschreie klingen in meinen Ohren. Er zeigt Dir offensichtlich gerade, was ein richtiger Mann ist, im Gegensatz zu mir.
An einem weiteren Nachmittag hältst Du mich die ganze Zeit über in Deiner Wohnung gefangen, den Fußknöchel gefesselt an ein Heizungsrohr. Du bist so sorgsam darauf bedacht, mir genug Flüssigkeit zum Trinken dazulassen, daß ich schon mißtrauisch werden sollte. Aber das wird mir erst klar, als der Druck auf meine Blase zu steigen beginnt und von Dir immer noch keine Spur zu sehen ist. Endlich, gegen ein Uhr nachts, höre ich, wie sich Dein Schlüssel in der Wohnungstür dreht.
Du bist etwas erbost darüber, daß ich das Wasser, das Du mir eigens zurückgelassen hast, noch nicht ganz ausgetrunken habe, und wirfst mir vor, gegenüber Deiner gutmütigen Fürsorge undankbar zu sein. Ich versuche, Dir klarzumachen, daß ich ganz furchtbar dringend auf die Toilette müßte, aber du hast nicht die geringste Lust, mir zuzuhören. Statt dessen zwingst Du mir auch die restliche Flüssigkeit noch den Rachen herab. Dann knebelst du mich, fesselst mir die Hände auf den Rücken, strafst mein flehendes Wimmern mit einem Blick voller Verachtung und gehst zu Bett. Ich winde mich den Rest der Nacht schwitzend auf dem Fußboden. An Schlaf ist selbstverständlich nicht zu denken.
Als Du am folgenden Morgen sehr spät aufstehst, hoffe ich, endlich erlöst zu werden. Es ist ein Irrtum. Zuerst steigst du unter die Dusche, dann läßt du dich zu einem gemütlichen Frühstück nieder. Ich kauere zu Deinen Füßen und rechne jeden Augenblick damit, daß mir die Blase explodiert. Dann ziehst Du dich fertig an und läßt auch mich Schuhe, Jeans und ein Shirt überstreifen. Du stellst fest, daß mir der Schweiß inzwischen aus allen Poren tritt, und bestehst darauf, daß ich noch ein weiteres großes Glas Wasser trinke. Dazu nimmst Du mir den Knebel zwar aus dem Mund, verbietest mir vorher aber, nur ein Wort zu sagen. Ich stehe kurz davor, wahnsinnig zu werden. Du teilst mir mit, daß du wieder einmal einen kleinen Einkaufsbummel mit mir machen möchtest.
Die Wiesbadener Innenstadt sprudelt an diesem Frühlingsmorgen von entspannter Lebensfreude. Nur mir wird jeder Schritt unweigerlich zur Qual. Du bist erbarmungslos und hetzt mich von Geschäft zu Geschäft. Wir machen nur in einem Bistro eine kleine Pause, wo Du mir eine riesige Apfelsaftschorle bestellst. Dann ziehen wir weiter. Der Druck in meinem Inneren ist jetzt so unerträglich, daß ich schon absehen kann, ihm nicht länger standhalten zu können. Auf dem Mauritiusplatz triffst Du eine in ein schickes Kostüm gekleidete, attraktive Bekannte. Du machst dir nicht die Mühe, mich vorzustellen, unterhältst Dich mit ihr angeregt und lang. Ich trete von einem Fuß auf den anderen, aber es hat keinen Sinn mehr. Ausgerechnet jetzt passiert es. Heiß läuft die Flüssigkeit an meinem Bein herab, und da ich keine Unterwäsche trage, bildet sich im Schritt meiner Jeans ein immer größer werdender, deutlich sichtbarer Fleck. Wieder einmal stöhne ich auf vor Scham.
Natürlich entgeht das Schauspiel auch Deiner eleganten Bekannten nicht. Von einer Sekunde zur anderen starrt sie mich mit offenem Mund an. Du stutzt bei diesem Gesichtsausdruck, fährst herum, auch Deine Augen weiten sich, und dann gibst Du mir eine schallende Ohrfeige und putzt mich in voller Lautstärke und in so geschickt gewählten, verletzenden Worten herunter, daß diese Formulierungen nichts anderes als sorgfältig durchdacht sein können. Ich stehe da wie ein Trottel. Deine Bekannte wendet sich ab und eilt davon. Du jedoch erklärst mir, daß Du nicht die geringste Absicht hättest, Dir von meinem unmöglichen Betragen den Einkaufsbummel verderben zu lassen, und schleifst mich weiter von einem Geschäft ins andere. Einer ebenfalls etwas entgeistert wirkenden Verkäuferin in der Parfümerie Douglas erklärst Du beiläufig: »Beachten Sie ihn gar nicht. Mein Begleiter hat sich nur gerade in die Hose gemacht.« (aus: Die Bloßlegung)

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DER SÜSSE GESCHMACK DER MACHT (oder: männliche Dominanz…)

Was lebten wir doch in einem großartigen Land! Das Spiel um Macht, Sex und Erniedrigung bleibt unaufhörlich in Bewegung. Schon der Gedanke an die jungen Mädchen, die sich auf dem sogenannten Immobilienstrich prostituieren mußten, die gezwungen waren, ihrem künftigen Vermieter ihre kleine Muschi scheinbar willig entgegenzuhalten, damit sie in der nächsten Woche nicht auf dem nächsten Bahnhofsvorplatz übernachten mußten, verursachte mir eine unglaubliche Erektion. Wir haben die Macht, Gesetze zu erlassen und andere Menschen ihnen zu unterwerfen! Man denke nur an die ganzen rassigen, exotischen Asylantinnen! Ich bin überzeugt davon, daß es ihn gibt, den Beamten, der die Abschiebung einer ihm gegenüber derart hilflosen Frau in die Folter nur dann aussetzt, wenn sie dafür aus Dankbarkeit nackt vor ihm kauert und eine Fellatio bei ihm ausführt. »Na, Ayshe, kleines Kurdenmädchen, du hast die Wahl: Entweder du landest morgen früh auf dem Flughafen von Ankara und erfährst ein paar Tage später, was richtige Schmerzen sind, oder du erklärst dich bereit, ein kleines Spiel mit mir zu spielen.«
Ich riß mich aus meinen Gedanken. »Na, ist heute wieder mal eine feministische Journalistin mit dem Gedemütigtwerden dran!?« Ich lächelte voller Vorfreude.
»Nein, es ist die junge Hoerschelmann. Jedes Mal, wenn ich den alten Herrn von Hoerschelmann in seinem Büro besuchte, wuselte da dieses junge Ding um mich herum. Zum Sterben lange Beine, einen Rock, der nicht einmal zur Mitte der Oberschenkel reichte, und ein Kostüm, das ihre hinreißende Figur derart betonte, daß ich mich mehr als einmal von Herzjagen und Atemnot bedroht sah. Und man mußte ständig seine Finger bei sich behalten, das war das Schlimmste! Irgendeiner Tippse hätte man ja wenigstens einmal auf den Hintern schlagen können. Aber Sandra sollte ja einmal in die Fußstapfen des Alten treten, sie war eine Akademikerin! Und wie spitzzüngig sie sein konnte! Nun, das wird ihr heute abend ja vergehen.«
»Wirklich?«
»Ja, wirklich. Der posthypnotische Befehl lautet, daß sie den Ort dieser Veranstaltung vergißt, ferner, wer hier anwesend war und worüber gesprochen wurde. Sehr genau wird sie sich an alles erinnern, was sie für uns getan hat, daß sie in Hypnose jedem unserer Befehle gehorchen mußte. Die Erinnerung an alle durchlittenen Erniedrigungen wird sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr verlassen, und bestimmte Flausen wird sie sich deshalb nie wieder in den Kopf setzen, nie wieder.« (aus: Der Club der roten Lichter)

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Rezension in den SCHLAGZEILEN Nr. 52: »Für alle, die schon immer mehr über den begnadeten Autor Cagliostro wissen wollten, gibt es jetzt das Cagliostro-Lesebuch mit vergriffenen Texten und Romanauszügen, Leseproben und persönlichen Statements zur Entstehung der einzelnen Arbeiten und zum Hintergrund des Autors. Nur allzu selten hat man die Gelegenheit, einem Autor quasi über die Schulter zu schauen. Auch wenn es sicherlich Widerspruch gegen die ›Thesen‹ am Ende geben wird, so ändert das doch nichts an der Qualität der Texte. Ein echtes Lesevergnügen!«

Rezension im VAMP Nr. 28: »Cagliostros Fetisch- und SM-Fantasien reichen von fast gewöhnlichen Alltagssituationen, die so oder ähnlich tatsächlich eintreten könnten, über studentisch angehauchte Varianten des gleichen Themas bis hin zu bizarren, im virtuellen Cyberspace spielenden Szenarien, die man so noch nirgends gelesen hat. Was Cagliostro auszeichnet, ist nicht nur die außergewöhnlich große Bandbreite seiner wilden Sex-Träume, sondern auch sein Gespür für Sprache und sein Humor – etwas, was man unter anderen Autoren dieses Genres nur selten findet. Für alle, die Cagliostro sträflicherweise noch nicht kennen, bietet dieses Lesebuch einen guten Einstieg.«