Marterpfahl Verlag – die zarteste Versuchung, seit es SM gibt

Marterpfahl Verlag

Auf Leben und Tod

21. April 2012

Arradon  Auf Leben und Tod 250pixel»Für den Spaß, den die sklaven mit uns haben, können sie ruhig mit ihrem Leben bezahlen!« Gibt es wirklich einen Geheimbund von Herrinnen, die so denken – oder sind das alles nur Hirngespinste?

 

Henri Arradon

Auf Leben und Tod

Roman

178 Seiten

17,50 €

978-3-936708-89-9

 

*****

Gibt es ein todbringendes »Netzwerk der Herrinnen«?

 

Wir wanderten wieder zu dem einsamen Strand, sie schlug, quälte und erniedrigte mich auf ähnliche Weise wie beim ersten Mal, nur daß sie ihre Zigarette diesmal auf dem Rücken meines rechten Fußes ausdrückte, und nachdem ich ihre Hand, die sie aus meinem Innern gezogen hatte, auf ihren Befehl hin saubergeleckt hatte, sagte sie zu mir: »Schau aufs Meer, novalis! Beim nächsten Mal werde ich töten und an jenen Klippen dort ins Meer werfen.«

Mit diesen Worten nahm sie die Gerte und begann wie eine Wahnsinnige auf mich einzuschlagen. Ich krümmte mich schutzsuchend zusammen, sie aber schlug mich auf jede Stelle, an der sie mich treffen konnte; dann trat sie mir mit ihren bloßen Füßen in den Bauch und versuchte auch, mir ins Geschlecht zu treten. Sie kniete sich auf mich und schnürte mein Lederhalsband so fest zusammen, daß ich keine Luft mehr bekam. Sie zog meinen Hals nach oben und genoß mit kaltem Lächeln meinen maßlos entsetzten Blick. Dann spuckte sie mir ins Gesicht, lockerte das Halsband und legte sie ihre Hand auf mein Gesicht und drückte meinen Kopf in den Sand zurück.

»Scheiße!« sagte sie in aufrichtiger Wut. »Du mußt ja noch deine abgewichste Geschichte zu Ende schreiben.« Dann stand sie auf und verschwand.

Ich lag mit Handschellen und Ledermanschetten gefesselt im Sand. Sie waren auf gar keinen Fall zu lösen. Ich lag da, naß von ihrem Sekt und voller Striemen, und sollte jetzt wohl darauf warten, daß mich jemand so fand.

Ich weiß nicht, wie lange sie mich warten ließ, vielleicht eine Stunde, vielleicht anderthalb. Dann kam sie zurück, band mich los, fuhr mir übers Haar und sagte: »Jetzt mach dich frisch, novalis, du kleines Schweinchen.«

Wird dieser Griechenlandurlaub des Sklaven novalis sein letzter werden? Gibt es das todbringende „Netzwerk der Herrinnen“ wirklich, oder wollte Beatrice ihm nur Angst einjagen? Hatte novalis überhaupt je eine andere Wahl, als sich bedingungslos auf die dunkle Seite seiner Seele einzulassen?

Neuausgabe des früheren Titels »Das Netzwerk der Herrinnen« …